Schlafender Riese auf der Tannenhöhe

Erste Bilder vom schlafenden Riesen konnten am 2.11. aufgenommen werden. Zwar kam er an diesem Tag erst etwas verspätet in die Gänge, aber dann ging es mutig und mit einigen hundert Tonnen Kies im Rücken um 13:44 Uhr ins Tal der Schwalm.

Man muss es schon sehr genau nehmen mit den Besuchszeiten: der Riese erscheint immer Sonntag abends gegen 20:00 Uhr auf der Tannenhöhe und legt sich dort schlafen.

Am Montagvormittag stopfen ihm fleissige Zwerge den Rucksack voller Kieselsteine ...

... und unser Riese verschwindet damit behäbig gen Norden, dorthin, wo er hergekommen ist.

Es gibt Zeugen, die behaupten, dass unser Riese am Nachmittag nochmal die Tannenhöhe erklimmt, um sich weiteren Kies anzueignen. Unser Riese hört auf den Namen EuroDual Stadler und hat die Personalausweisnummer 159 201 und wurde 2019 im spanischen Valencia geboren. Seine Eltern leben im schweizerischen Bussnang und haben ihm sogar die Kraft zweier Herzen spendiert: einen 2800 kW starken Dieselmotor und einen Transformator, der mit den Frequenzen 50 Hz und 16 2/3 Hz schlägt. Letzterer kann sechs elektrische Fahrmotoren mit zusammen 6150 kW kw bestromen. Den Kies transportiert der Riese in modernen Selbstentladewagen von Greenbrier. Sie sind in Gruppen zu sechs oder vier Fahrzeugen fest gekuppelt und mit einem Förderband versehen, welches unter den Transportbehältern in Längsrichtung verläuft und am Zugende in einschwenkbares Förderband mündet. Der Einfachheit halber sei hier die Webseite des Herstellers www.greenbrier-europe.com im polnischen Swidnica (deutsch: Schweidnitz, eine Stadt in der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien) zitiert:
  • Dieser als „Super Self Discharging Train (SSDT)“ bekannte Zugverband von 600 Metern Länge besteht aus 4er- und 6er-Wageneineheiten mit einem integrierten Förderbandsystem.
  • Er ist für den Transport von Kiesel, Sand, Schotter und anderen Schüttgütern geeignet.
  • Jeder Wagenverband ist mit einem Dieselhydraulik-Aggregat ausgestattet, welches die Energie für den Betrieb verschiedener hydraulischer, pneumatischer und elektrischer Ausrüstungen erzeugt. Diese Systeme versorgen das Entladesystem.
  • Die anderen Wagen sind Endeinheiten oder Zwischeneinheiten. Über das Förderband wird das Produkt in Außenbehälter oder – mit Hilfe eines mit einem Schwenkarm ausgestatteten Transferwagens – direkt in andere Straßen- oder Schienenfahrzeuge entladen.
  • Das Ladegut des gesamten Zuges wird über Förderbänder entladen.
  • Das Ladegut kann über den Transferwagen seitlich abgesetzt oder direkt in Straßen- oder Schienenfahrzeuge entladen werden.
  • Das Förderband des Transferwagens kann maximal um 270° gedreht und um 24° geneigt werden.
  • Die maximale Entladeentfernung von der Gleisachse beträgt 14,5 m.
  • Die Bedienung der Entladeeinrichtungen erfolgt über Fernbedienung.
  • Der Zug besitzt ein Wassersprühsystem zur Reduzierung der Staubentwicklung.
  • Die 6er- und 4er-Wageneinheiten können zu Zuglängen von bis zu 600 oder 700 m zusammengesetzt werden.
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Letzte Änderung: 04.11.2020